Mittwoch, 24. April 2013

Der persönliche knock out

Manchmal knockt man sich selbst mit einem ordentlichen Kinnhaken aus. Das ist so, das kann jedem Menschen so passieren, manchen mehr, anderen weniger, aber erlebt haben wir das doch alle schon mal oder? Wer mir erzählt das sei ihm oder ihr noch nie passiert, dem würde ich nicht ganz so bedingungslos glauben.
Es geschah, dass ich dachte ich mache mal. Nein, nicht wahr, ich lasse machen. Das was ich nicht selbst tun kann, das muss ich eben fremd machen lassen. So geschah es, dass ich das Lektorat Kral die Übersetzung ins Englische machen ließ. Allerdings war die Überlegung, dann die Übersetzung von einem Menschen, dessen Muttersprache das Englische ist, lesen und gegebenenfalls korrigieren zu lassen. Das hängt mit den vielen Redewendungen die jede Sprache hat zusammen, auch die Ausdrücke, die ganz speziellen. Wer hat schon mal versucht das Wort "Adventskaffee" zu übersetzen? Kann man das überhaupt? Das war halt die Überlegung.
Nun habe ich mich umgeschaut, umgehört und habe wirklich einen Menschen gefunden, der es lesen wollte. Ganz ehrlich das war, ich glaube vor einem halben Jahr schon, ich habe das gelesene Manuskript immer noch nicht, weil dies, weil das und jenes.
Ich bin ein geduldiger Mensch, aber das forderte dann doch zu viel von meiner Geduld ab und ich schaute mich wieder um, und fand einen netten Mann, der das nun innerhalb von zwei Wochen stemmt.
Der persönliche Knock out lag in meiner Geduld, aber was soll ich machen? So bin ich halt. Will ich das ändern? Manchmal schon.
Nichts desto trotz könnte es noch klappen, dass das Werk am ersten Wochenende im Mai auch in englischer Sprache gelesen werden kann.
Seid ihr geduldig? Kennt ihr diese knock outs? Diese persönlichen, die uns einfach auf die Bretter schicken? Bestimmt. Lernt sie einfach zu lieben, dann kann man sie besser ertragen, denn richtig wirklich loswerden kann man sie nicht.

Sonntag, 14. April 2013

Das Golfturnier

Hier ein kleiner Auszug aus meinem Roman "Rosenspiel", aus dem Kapitel "Golfturnier", passend dazu, dass die Saison langsam in Fahrt kommt:
„Da ist sie schon!“, sagte er freudig erregt und deutete in die Richtung eines strahlenden Gelbtons.
Susanne nickte irritiert und folgte seinem Blick. Die Frau war bereits auf der Driving Range und wärmte sich auf. Während sie sich ihr näherten, spürte Sus...anne, wie ein immer größeres Unbehagen ihren Mann beschlich. Er wurde sichtbar nervös und fing an herum zu hampeln wie ein Kind vor der Bescherung am Heiligen Abend.
Dazu trug eine gelbe, hautenge Hose, darüber ein ebenso enges Top in gleicher Farbe. Ziemlich sexy das Ganze. Man konnte Einzelheiten ihrer Figur gut erkennen – ob man wollte oder nicht. Ansonsten hatte diese Frau in Gelb eine freundliche, sympathische Ausstrahlung. Sie warf einen Blick auf ihren Mann. Was war bloß mit ihm los? Er benahm sich wie ein unreifer Pubertierender, eine leichte Röte trat in sein Gesicht. Völlig verunsichert, nicht wissend, was er tun sollte, stellte er die beiden Frauen einander vor.
Susanne begrüßte die Frau höflich, aber kühl. Denn jetzt war es nicht mehr zu übersehen. Da war etwas zwischen dieser Frau und ihrem Mann, etwas Aufregendes, Schönes, sogar etwas Hoffnungsvolles. Sie erkannte es daran, wie die beiden sich aufführten, es zeigte sich ihr mit jedem Blick und jeder Geste. Und noch während sich ihr dies alles in brutaler Klarheit offenbarte, tat sich unter ihr auch schon der Boden auf. Gleichzeitig begann die Erde zu beben und ein Hurrikan schickte seine ersten Windböen. Sie glaubte, ganz langsam in den Schlund der Hölle gezogen zu werden, fühlte, wie die züngelnden Flammen der Hölle ihr entgegenschlugen, während das Beben der Erde ihr das Gleichgewicht zu nehmen schien. Der Hurrikan begann an ihren Armen zu zerren, sie dieser Hölle aber nicht preisgeben zu wollen. All das fühlte sie in einem einzigen Moment. Sie wollte gleichzeitig lachen, weinen, kreischen. Sie tat es aber nicht. Kein Lachen, kein Weinen, kein Kreischen kam über ihre Lippen. Stattdessen hörte sie Dazus Worte wie aus weiter Ferne, nickte nur freundlich und suchte sich eine Stelle, um sich einzuschlagen.

Der Roman ist als E-Book bei Amazon erhältlich, als Print-Ausgabe einfach eine  Mail schicken.

Montag, 8. April 2013

Rezensionen, einzel und im Rudel


Ich greife heute ein Thema auf, das einerseits für jeden Autor wichtig ist, auf der anderen Seite er oder sie gut und gerne auf unsachgemäße ihrer Art verzichten kann: Rezensionen. Ich habe nichts gegen sie, keinesfalls, so lange sie sachlich sind. Ob mir ein Artikel, ein Buch, etwas Gestaltetes, ein Theaterstück, eine Oper, ein Film gefällt hängt von vielen Faktoren ab, ganz sicher auch, weil ich Mensch bin von der Tagesform. Wenn ich Buch lesen möchte, weil ich darüber gehört, gelesen habe, dann vermeide ich es, sofern ich es online bestelle, die dortigen Rezensionen zu lesen.

Da wäre ich dann beim Thema über das ich mich tierisch geärgert habe und das immer noch tue. Zuerst über mich selbst, dann über diejenigen, die das geschrieben haben und zu Guter Letzt auch über Amazon, die nicht differenzieren können/wollen, auch wenn es zu ihrem eigenen Schaden in letzter Konsequenz ist. Ich habe einen Roman eingestellt vor einiger Zeit schon, nachdem der Verlag insolvent gegangen ist. Leider habe ich einen Formatierungsfehler gemacht und habe das Manuskript in Buchformat eingestellt, was sich als Fehler erwiesen hat. Fröhlicher Mensch, der ich bin, habe ich sodann auch noch kostenloses Herunterladen erlaubt. Auf dem Kindle Reader waren wohl immer nur zwei Worte pro Zeile zu lesen, so in der Art. Natürlich habe ich das korrigiert.  Nun hagelt es natürlich blöde Rezensionen, weil der Roman auf dem Kindle nicht zu lesen war. Das nun verdirbt den Schnitt gewaltig. Nun denkt Frau, dass Amazon ein Interesse haben sollte, dass, nachdem das korrekte Format eingestellt war, diese Rezensionen herausnehmen würde. Weit gefehlt, die Begründung weshalb nicht ist geradezu idiotisch und erspare ich Euch.

Irgendwie ärgern mich das ganz gewaltig. Auch ärgern mit Rezensionen, deren Autoren einige Bücher in der genau gleichen Art bewerten, gleiche Worte. Da frage ich mich, was bezweckt dieser Mensch damit? Mal vollkommen abgesehen davon, dass das jedem Autoren gegenüber nicht nur unfair, sondern auch noch unverschämt ist und obendrein mit einer Rezension nix aber auch gar nix zu tun hat. Ich nehme jede Kritik ernst, möchte auch in meinem etwas höheren Alter noch lernen. Belege deswegen auch Kurse, bilde mich weiter, wie das jeder Mensch tut, tun sollte. Aber wer nur Einträge bei Amazon schreibt um Bücher schlecht zu machen, ohne dies wirklich fundiert zu begründen, der sollte das einfach lassen. Wobei ich den Käufern der Bücher nur empfehlen kann, wenn ihr ein Buch sucht, dann geht zuerst über die vielen Buchportale, Literatwo ist zum Beispiel ein tolles, um das zu nennen und mit dem ich mich sehr verbunden fühle. Aber es gibt noch sehr viel mehr dieser Portale, deren Rezensionen immer fundiert  sind und Lob und Kritik immer begründet werden. Das will ich als Autor und nicht lesen, dass man sich immer noch darüber aufregt, dass beim ersten Mal kostenlosen Herunterladens das falsche Format noch vorhanden war, obwohl dieser Fehler längst schon korrigiert worden ist. Das hat nichts mit Inhalt und Schreibstil zu tun, nichts mit der Geschichte selbst.

Irgendwie habe ich mit dem „Rosenspiel“ so meine Probleme wie mir scheint, nicht nur der Verlag wurde insolvent, ich habe ein falsches Format eingestellt und ärgere mich über Rezensionen, die keine sind. Trotzdem, oder gerade deswegen halte ich an meinem Roman fest, bleibe dabei, dass er lesenswert und gut ist. Nein, das soll keine Werbung sein, sondern ist auch für Autorenkollegen und Autorenkolleginnen geschrieben, lasst Euch nicht verdrießen, geht Euren Weg weiter und: Laßt es Euch gut gehen.